Brüssel zeigte, wohin sich die Klimapolitik entwickelt und was andere aus Überschwemmungen gelernt haben

Published: 30.04.2026 Reading time: 3 Minuten

Ende März wurde das Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel zu einem Zentrum für Diskussionen über die europäische Klimapolitik und die Bedeutung kollektiven Handelns im Kampf gegen den Klimawandel. Dank EUKI ELCA waren auch wir dabei.

Brüssel zeigte, wohin sich die Klimapolitik entwickelt und was andere aus Überschwemmungen gelernt haben
© Foto: Tereza Ocetková, PIN

Mehr als 800 Teilnehmende aus ganz Europa kamen bei der Together in Action 2026, organisiert vom European Climate Pact, zusammen, um mit politischen Entscheidungsträger:innen in Austausch zu treten und ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Neben inspirierenden Praxisbeispielen traten auch weniger erwartete Themen in den Vordergrund, wie etwa die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die öffentliche Debatte über den Klimawandel.

Expert:innen, Vertreter:innen von Institutionen, kommunale Klima-Botschafter:innen und Basisinitiativen aus ganz Europa kamen zusammen, größtenteils vor Ort oder online. Das Programm kombinierte Community-Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge über europäische Gesetzgebung sowie interaktive Formate.

Insgesamt traten mehr als 150 Redner:innen aus 25 Ländern auf. Die zentrale Botschaft war klar: Klimaschutz hängt von der Vernetzung von Menschen, politischen Maßnahmen und Zusammenarbeit über verschiedene Ebenen hinweg ab. Ein starker Schwerpunkt lag auf der Notwendigkeit, vom Risikomanagement hin zum Aufbau von Resilienz zu wechseln. Laut den Redner:innen muss sich die europäische Klimapolitik stärker auf Vorsorge, Anpassung sowie die Rolle von Innovation und sauberer Industrie konzentrieren – nicht nur für Umweltziele, sondern auch für wirtschaftliche Sicherheit.

Von Inspiration zu realem Wandel

Ein großer Teil des Programms konzentrierte sich auf praktische Beispiele – von gemeinschaftlichen Energieprojekten und der Einbindung junger Menschen bis hin zur Bekämpfung von Desinformation.  

Das Thema Klimadesinformation war für uns besonders relevant. Die Diskussionen hoben die Bedeutung hervor zu verstehen, wer Online-Inhalte erstellt, warum sie erstellt werden und wie man Greenwashing oder manipulative Botschaften erkennt. „KI verdrängt traditionelle Medien und greift weitgehend auf Inhalte von sozialen Plattformen wie Reddit zurück. Wir müssen die gesamte Infrastruktur von Sprachmodellen untersuchen, nicht nur ihre Ergebnisse, einschließlich der Daten, die sie nutzen, wer sie erstellt und welche Mechanismen ihr Funktionieren prägen“, betonten mehrere Redner:innen. 

Ein weiteres interessantes Thema war die Forschung zu KI-generierten Bildern der Biodiversität. Sie zeigt, dass KI dazu neigt, vereinfachte und stereotype Darstellungen der Natur zu erzeugen, was beeinflussen kann, wie Menschen Umweltfragen wahrnehmen.

Erfahrungen mit Überschwemmungen als zentrale Lehre

Die Anpassung an Klimafolgen, einschließlich extremer Ereignisse wie Überschwemmungen, war ein weiteres zentrales Thema. Eine der wirkungsvollsten Sitzungen konzentrierte sich auf Erfahrungen aus Valencia, das im Oktober 2024 von verheerenden Überschwemmungen getroffen wurde, sowie darauf, wie Regionen und Institutionen sich besser auf solche Ereignisse vorbereiten können.

„Für mich war es sehr wichtig, konkrete Erfahrungen aus Sturzfluten in Spanien zu hören, die zu 6.558 beschädigten Häusern, 15.000 zerstörten Autos und leider 230 Todesopfern führten. Die Redner:innen reflektierten, was nicht funktioniert hatte und warum, zum Beispiel wie meteorologische Warnungen ignoriert werden konnten. Es war eine sehr aufschlussreiche Reflexion. Ich habe ihren Ansatz mit dem tschechischen verglichen, da wir ebenfalls in von Überschwemmungen betroffenen Regionen arbeiten und diese Erkenntnisse in die Praxis übertragen können“, sagt Roman Klecker, Koordinator von Programmen zur Klimaresilienz bei People in Need in Südmähren.

Die Veranstaltung bestätigte auch, dass die Klimatransformation nicht nur von politischen Maßnahmen oder Technologien abhängt, sondern vor allem von den Menschen. Die Verbindung lokaler Initiativen mit europäischer Politik erweist sich als entscheidend für langfristige Veränderungen. Wie im gesamten Programm widerhallte: Jeder Schritt zählt, und gemeinsam bilden sie ein funktionierendes Ganzes.




Unser dreitägiger Aufenthalt in Brüssel zeigte uns, dass Klimapolitik heute nicht nur durch Gesetze und Verordnungen gestaltet wird, sondern auch durch die Art und Weise, wie Informationen entstehen und verbreitet werden. Neben technologischen Lösungen wird die Qualität der öffentlichen Debatte eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Und genau an der Gestaltung dieser Debatte – durch Communities und Medien – wirken wir im Rahmen des EUKI ELCA-Projekts mit. 

Author: Tereza Ocetková, People in Need

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